Von David Priddy | 24. Februar 2021

Da Unternehmen in den letzten Jahren verstärkt auf strengere Nachhaltigkeitsziele mit niedrigeren Treibhausgasgrenzwerten drängen, suchen Konzerne, Projektentwickler, Technologieanbieter und Stiftungen verstärkt nach Lösungen zur Emissionsreduzierung, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Dies hat zu einer Vielzahl innovativer Ideen und Konzepte geführt, die mithilfe von CO₂-Finanzierung umgesetzt werden sollen. Als führendes Unternehmen im Bereich der CO₂-Emissionsreduzierung und -Speicherung erhält ClimeCo häufig Anfragen zur Umsetzung dieser Ideen, um CO₂-Zertifikate zu generieren und zu verkaufen. Dies fördert Investitionen in Projekte, die zu Emissionsreduktionen führen. Doch nach den Präsentationen der verschiedenen Akteure höre ich am häufigsten die Frage: „Können wir CO₂-Zertifikate erstellen?“ Die Antwort hängt von vielen Faktoren ab, beginnt aber mit einer geeigneten Methodik.
Methoden zur CO2-Kompensation
Eine Methodik zur CO₂-Kompensation ist ein Rahmendokument, das die Quantifizierung und die Parameter definiert, die erforderlich sind, um während der gesamten Projektlaufzeit CO₂-Kompensationen zu generieren. Sie legt die Projektbasis fest, identifiziert qualifizierende Änderungen der Betriebspraktiken zur CO₂-Reduzierung und definiert die Überwachungsanforderungen, die notwendig sind, um sicherzustellen, dass die Reduktionen real, quantifizierbar, nachweisbar und zusätzlich zu dem sind, was ohne das Projekt geschehen wäre.
Es gibt heutzutage scheinbar so viele verschiedene Kompensationsmethoden wie Ideen für CO₂-Reduktionsprojekte, doch ständige Innovationen in diesem Bereich stellen diese Annahme immer wieder infrage. Freiwillige Register und Programme zur Einhaltung von Klimaschutzzielen, die den Einsatz von Kompensationsmaßnahmen ermöglichen, verwenden in der Regel eigene Protokolle und Methoden. Auf dem nordamerikanischen Markt für freiwillige Kompensationsmaßnahmen arbeiten wir hauptsächlich mit drei Registern zusammen: The Climate Action Reserve (CAR), American Carbon Registry (ACR) und Verra. Diese drei Register bieten über 100 etablierte Methoden an. Die meisten dieser bestehenden Methoden lassen sich in verschiedene Hauptkategorien einteilen, darunter Industrie, Landwirtschaft, Energieeffizienz, Abfallwirtschaft, Verkehr und erneuerbare Energien. Die Anforderungen einer bestimmten Methode sind jedoch meist auf eine spezifische Projektaktivität zugeschnitten, sodass wenig Spielraum für Interpretationen oder Abweichungen besteht. Dies führt häufig dazu, dass eine bestehende Methode angepasst oder eine neue entwickelt werden muss, um die Aktivitäten eines geplanten Projekts zu unterstützen, falls diese nicht exakt den Parametern einer bestehenden Methode entsprechen.
Methodenentwicklung
Um die Integrität von CO₂-Kompensationen zu gewährleisten, verwenden anerkannte Methoden bewährte Verfahren gemäß der Norm ISO 14064. Diese Norm bietet Richtlinien für die Quantifizierung, Überwachung, Berichterstattung und Verifizierung von Treibhausgasemissionen und -reduktionen. Sie schreibt vor, dass jedes Projekt, das nach einer bestimmten Methode durchgeführt wird, relevant, vollständig, konsistent, genau und transparent berechnet wird und die genannten Kriterien für die Gutschrift (real, quantifizierbar, verifizierbar und zusätzlich) erfüllt. Daher erfordert die Entwicklung einer neuen Methode einen erheblichen Beitrag der Wissenschaft und verschiedener Interessengruppen, darunter Industrieverbände, Nichtregierungsorganisationen sowie Vertreter aus den Bereichen Recht und Umweltgerechtigkeit. Der Prozess kann langwierig sein und umfasst typischerweise einen einzelnen Antragsteller oder eine Gruppe, die den Methodenentwurf verfasst, die Bildung einer Arbeitsgruppe mit Vertretern der Interessengruppen, die eine technische und rechtliche Prüfung durchführt, sowie eine öffentliche Kommentierungsphase. Erfahrungsgemäß dauert die Entwicklung einer Methode mindestens zwölf Monate und verursacht Kosten in Höhe von mehreren Hunderttausend Dollar.
Lessons Learned
Das ClimeCo-Team hat an der Entwicklung verschiedener Projektmethoden mitgewirkt, sei es als Autor/Mitautor oder in Arbeitsgruppen. Unsere Expertise reicht von Methoden für Industriegase, wie die Zerstörung ozonschädigender Substanzen (ODS) und die Reduzierung von Lachgas (N₂O ) bei der Salpetersäure- und Adipinsäureproduktion, bis hin zur Vermeidung von Methanemissionen aus der Kompostierung organischer Abfälle und der Methanzersetzung in der Landwirtschaft. Wir arbeiten außerdem mit Kunden an der Entwicklung vielversprechender neuer Methoden. Dabei haben wir gelernt, dass ein partnerschaftlicher und transparenter Prozess zwischen Projektträger und Register am besten funktioniert. Dieser Prozess muss wissenschaftliche Integrität, konservative Vorgehensweise und wirtschaftliche Tragfähigkeit in Einklang bringen, um eine robuste, praxisnahe und nachvollziehbare Methodik zu gewährleisten.
Fazit
Da Unternehmen ihre Treibhausgasverpflichtungen immer weiter reduzieren, steht der Markt für freiwillige CO₂-Kompensationen vor einem signifikanten Wachstum. Die Käufer in diesem Markt sind zunehmend versiert und stellen höhere Anforderungen an die von ihnen unterstützten Kompensationsprojekte. Sie legen dabei besonderen Wert auf Projekte, die zu ihren Geschäftsmodellen passen und verschiedene Zusatznutzen generieren. Dies eröffnet Raum für kreatives Denken und Projektinnovationen in Bereichen, die mit bestehenden Kompensationsmethoden möglicherweise nicht abgedeckt werden. Um das Erfolgspotenzial zu maximieren, sollten Projektträger und -initiatoren mit einem erfahrenen Beratungsunternehmen wie ClimeCo zusammenarbeiten, das sie durch diesen Prozess begleitet.
Über den Autor
Dave Priddy verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung im Umweltmanagement und ist verantwortlich für die strategischen Marktinitiativen des Unternehmens sowie die Bewertung neuer Projektmöglichkeiten. Er hat einen Bachelor of Science in Ingenieurwesen von der University of Louisiana in Lafayette.