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4 zentrale Erkenntnisse aus dem IFRS Sustainability Symposium 2024

von Kamayani Barshilia | 25. März 2024

Die IFRS Foundation , eine gemeinnützige Organisation, hat sich zum Ziel gesetzt, weltweit anerkannte Rechnungslegungs- und Nachhaltigkeitsstandards zu schaffen, die qualitativ hochwertig, verständlich und durchsetzbar sind. Diese Standards werden von zwei Standardisierungsgremien entwickelt: dem International Accounting Standards Board (IASB) und dem International Sustainability Standards Board (ISSB). Im Jahr 2023 veröffentlichte das ISSB seine ersten Nachhaltigkeitsstandards IFRS S1 und IFRS S2, um eine gemeinsame Berichtssprache für die Offenlegung der Auswirkungen von Nachhaltigkeits- und klimabezogenen Risiken und Chancen auf die Zukunftsaussichten eines Unternehmens gegenüber seinen Investoren zu schaffen.

Im Februar 2024 veranstaltete die IFRS in New York ein Nachhaltigkeitssymposium , das über 1,000 Investoren, Unternehmen, Berater, Regulierungsbehörden und politische Entscheidungsträger aus aller Welt zusammenbrachte, um Erfahrungen auszutauschen, praktische Einblicke in die IFRS-Umsetzung zu gewinnen, zukünftige Trends bei nachhaltigkeitsbezogenen Offenlegungen zu antizipieren und die Konsolidierung der Landschaft der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu diskutieren.

Hier die vier wichtigsten Erkenntnisse aus dem Symposium, an dem Kamayani Barshilia und Kat Kam, Mitglieder des Nachhaltigkeits-, Politik- und Beratungsteams von ClimeCo, teilgenommen haben:

1. Schaffung einer globalen Grundlage für Nachhaltigkeitsberichterstattung, wodurch Komplexität und Doppelarbeit für Unternehmen reduziert werden.

Um die unübersichtliche Vielzahl an Offenlegungsvorschriften zu beseitigen, integrieren und harmonisieren IFRS S1 und S2 verschiedene Berichtsrahmenwerke – TCFD, SASB, Integrierte Berichterstattung, GRI, EU ESRS, CDSB und WEF-Kennzahlen. Diese Konsolidierung gewährleistet die Interoperabilität von Standards und erleichtert Unternehmen, die IFRS und andere Rahmenwerke anwenden, die Berichterstattung. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Vergleichbarkeit von Informationen im Dialog zwischen Unternehmen und Investoren das zentrale Ziel des ISSB ist.

2. Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden zur Förderung der Adoption

Das ISSB arbeitet eng mit den einzelnen Jurisdiktionen zusammen, um die regulatorische Übernahme seiner Standards zu fördern und so die Kompatibilität zu verbessern und die Verwirrung der Informationsnutzer zu minimieren. Die Entscheidung über die verpflichtende Anwendung der vom ISSB herausgegebenen IFRS-Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung liegt bei den jeweiligen Jurisdiktionen. Das ISSB befürwortet jedoch die freiwillige Anwendung seiner Standards, insbesondere in Jurisdiktionen, in denen die IFRS-Rechnungslegungsstandards nicht vorgeschrieben sind, Investoren aber relevante Nachhaltigkeitsinformationen wünschen. Im Februar veröffentlichte das ISSB eine Vorschau des ersten Jurisdiktionsleitfadens, der die Jurisdiktionen bei der Planung der Einführung der IFRS-Standards unterstützen soll. Ein umfassender Leitfaden wird in der ersten Hälfte des Jahres 2024 folgen.

3. Weiterhin weltweit an Dynamik gewinnen

Das brasilianische Finanzministerium hat die Übernahme der IFRS-Standards in den nationalen Rechtsrahmen angekündigt. Nach einer anfänglichen Phase der freiwilligen Anwendung ab 2024 werden die Standards ab Januar 2026 verpflichtend.

Andere Länder wie Singapur, Australien, Kanada, Japan, Hongkong, die Türkei, Malaysia, Nigeria und das Vereinigte Königreich bereiten sich auf eine Umsetzung bereits ab 2025 vor.

4. Die Koordinierung zwischen verschiedenen Regulierungsbehörden könnte Unternehmen überfordern.

Der klimabezogene Standard IFRS S2 bietet einigen Unternehmen die Möglichkeit, den bestehenden regulatorischen Berichtspflichten – unter anderem aus dem US-Bundesstaat Kalifornien, der Europäischen Union (CSRD und EU-Taxonomie) sowie der finalisierten Regelung der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde (SEC) – einen Schritt voraus zu sein. Gleichzeitig erhöht er jedoch den Koordinierungsdruck hinsichtlich der unterschiedlichen regulatorischen Anforderungen, wodurch eine enge Abstimmung in diesem Umfeld unerlässlich wird.

ClimeCo unterstützt Unternehmen bei der Einhaltung der IFRS und anderer Vorschriften und Rahmenwerke für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns bitte.

Glossar

  • Climate Disclosure Standards Board (CDSB)
  • Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD)
  • Europäische Nachhaltigkeitsberichterstattungsstandards (ESRS)
  • Global Reporting Initiative (GRI)
  • Internationale Rechnungslegungsstandards (IFRS)
  • Board für Nachhaltigkeits-Accounting-Standards (SASB)
  • Task Force für klimabezogene finanzielle Offenlegungen (TCFD)
  • World Economic Forum (WEF)

 
Über den Autor

Kamayani Barshilia ist Senior Managerin im Team für Nachhaltigkeit, Politik und Beratung bei ClimeCo. Sie unterstützt Unternehmen bei der Entwicklung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie – von der Ideenfindung über die Prioritätensetzung (Wesentlichkeitsanalysen) und Zielsetzung bis hin zur Berichterstattung. Sie hat bereits mit Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Regionen zusammengearbeitet.

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