Von Caroline Kelleher | 25. Februar 2026
Der Landsektor spielt eine entscheidende Rolle bei der Erreichung globaler Klimaneutralität. Bislang war er einer der größten blinden Flecken in der Treibhausgasbilanzierung von Unternehmen.
Die neu veröffentlichten Treibhausgasprotokoll Landsektor & Entnahmestandard (LSR) ist ein wichtiger Schritt nach vorn und sorgt für lang ersehnte Klarheit und Konsistenz bei der Art und Weise, wie Organisationen landbezogene Emissionen, Auswirkungen und CO2-Entnahmen erfassen.
Welchem Zweck dient der LSR-Standard?
- Beseitigt eine wesentliche Unklarheit in der Treibhausgasbilanzierung: Unternehmen verfügen nun erstmals über klare und einheitliche Richtlinien zur Berücksichtigung von Emissionen und Entnahmen aus dem Landsektor, die bisher nicht gemeldet, uneinheitlich behandelt oder gänzlich ausgeschlossen wurden. Dies verringert das Interpretationsrisiko, verbessert die Transparenz und schafft eine einheitlichere Grundlage für Offenlegung und Zielsetzung.
- Definiert die Rechnungslegungsvorschriften auf Unternehmensebene: Der Standard gilt für unternehmensbezogene Inventare, die landwirtschaftliche Emissionen und CO₂-Entfernungstechnologien umfassen. Dadurch werden diese Kategorien in die gleiche Inventarstruktur integriert, die Unternehmen bereits für die Berichterstattung nach Scope 1, Scope 2 und Scope 3 verwenden, anstatt Landnutzungsänderungen als optionale Ergänzung zu behandeln. Dies umfasst Landnutzungsänderungen, Emissionen aus der Landbewirtschaftung, Kohlenstoffverlagerung aus landwirtschaftlichen Flächen, Emissionen aus biogenen Produkten und Emissionen aus Produkten, die auf der technologischen CO₂-Entfernung basieren – die Forstwirtschaft ist noch nicht eingeschlossen.
- Führt Rückverfolgbarkeitsanforderungen für die CO2-Entfernung ein: Gemeldete Entnahmen müssen bestimmten Grundstücken, Aktivitäten oder Technologien zugeordnet werden können. Dies trägt dazu bei, das Risiko von Rückbuchungen und Doppelzählungen zu minimieren und eine glaubwürdige Integration der Entnahmen in Unternehmensbestände und -ziele zu gewährleisten, indem klargestellt wird, wo die Entnahmen stattfinden, wer sie beansprucht und wie sie im Laufe der Zeit erhalten werden.
- Schafft Klarheit hinsichtlich der Behandlung von angerechneten Emissionsreduktionen und -entnahmen: Der Standard konzentriert sich zwar auf die Bestandsbuchhaltung, bietet aber auch Leitlinien zum Zusammenspiel von angerechneten Maßnahmen und Beständen. So hilft er Unternehmen, Doppelzählungen zu vermeiden und das Risiko von Ansprüchen zu reduzieren. Insgesamt unterstützt er eine transparentere Berichterstattung und besser begründete öffentliche Aussagen angesichts der zunehmenden Überprüfung landbasierter Klimaschutzmaßnahmen.
Der LSR-Standard markiert einen Wendepunkt für die Transparenz im Landsektor. Durch die Präzisierung der Bilanzierungsstandards für Emissionen aus der Landwirtschaft schafft er die Grundlage für glaubwürdigere Ziele und widerstandsfähigere Lieferketten.
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